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Ein Deich für den Ernstfall

Der Schweiß stand den 25 Einsatzkräften auf der Stirn. Die Sonne knallte auf die dunkle Einsatzkleidung, am Nachmittag stiegen die Temperaturen auf bis zu 28 Grad. Doch die 25 Teilnehmenden machten unermüdlich weiter – Sandsack für Sandsack. 2.000 Stück lagen bereit. Der THW-Ortsverband Leer richtete am vergangenen Wochenende erstmals ein Ausbildungswochenende zum Thema „Hochwasserschutz und Deichverteidigung“ aus.

„Unwetter sind nicht häufiger geworden. Sie werden nur immer stärker“, sagte Frank Zimmermann, der zusammen mit Julius Kleinhans das Wochenende organisiert hatte. Die beiden THW-Helfer sind sogenannte „Technische Berater Hochwasser und Deichverteidigung“. Der Workshop begann am Freitag mit einem ausführlichen theoretischen Teil, in dem zunächst Basiswissen vermittelt wurde. Wie sind Deiche aufgebaut? Wie entstehen eigentlich Hochwasser? Und was muss beim Befüllen von Sandsäcken beachten werden? – Das waren nur einige von vielen Fragen, die geklärt wurden.

Am Sonnabend sollte das Wissen umgesetzt werden. Hierzu wurde der Übungsdeich an der Alemannenstraße gegenüber des Leeraner Ortsverbandes genutzt. Die 25 Teilnehmenden – außer den Leeraner THW-Angehörigen waren auch Feuerwehrmänner der Wehren Heisfelde, Logabirum und Nüttermoor sowie ein Teilnehmer der Moormerländer Deichacht dabei – kamen dabei schnell ins Schwitzen. Aufgeteilt in zwei Gruppen, übten sie unter anderem das richtige Befüllen, Verschließen und Verlegen der Sandsäcke. Um schnell und effektiv zu arbeiten, wurden die Kunststoffbeutel unter anderem mit einer Sandsackfüllmaschine befüllt. Dort schauten Julius Kleinhans und Stationsausbilderin Marianne Lüthke (THW Leer) ganz genau hin – schließlich sollten die Übenden gleich zu Beginn alles richtig machen. 

Ein paar Meter weiter stand Frank Zimmermann direkt am Übungsdeich und gab Anweisungen. Die Gruppen sollten jeweils eine Quellkade und eine Auflast bauen. Eine sogenannte Quellkade eignet sich vor allem bei punktuellen Schäden im Deichbauwerk. Dabei wird der Sandsackdamm halbrund um die Schadstelle gebaut und an die schräge Deichböschung angepasst.

Nach gut acht Stunden in der prallen Sonne mobilisierten die Teilnehmenden noch einmal ihre Kräfte und bauten gemeinsam einen Sandsackdamm. Beim Verlegen war darauf zu achten, dass die Sandsäcke eng aneinander lagen und dadurch einen Verbund bildeten. Zusätzlich könne noch eine Folie zur Wasserseite angebracht werden, um den Sandsackdamm noch weiter zu stabilisieren und abzudichten, erklärte Frank Zimmermann. Am Ende des Tages zeigte er sich sehr zufrieden mit dem Teilnehmenden: „Es hat alles wunderbar geklappt“, sagte er. Eine positive Rückmeldung kam auch von den Feuerwehren. „Solche Ausbildungsdienste würden wir gerne wiederholen. Hier herrscht ein tolles Miteinander.“ 

Einen tollen Job machte am Sonnabend auch die „Küchencrew“ des Leeraner Ortsverbandes. Die Mitglieder des Stabs bereiteten am Morgen das Frühstück mit Brötchen, Aufschnitt, Rührei und Kaffee zu. Die 2. Bergungsgruppe (B 2) kümmerte sich um das Mittagessen. Es gab Gyros, Kartoffeln, Zaziki und Krautsalat – ein tolles Essen. Die B2 übernahm außerdem den Abbau der Zelte. 

Dass beim Leeraner THW ein gutes Miteinander herrscht, untermauerte am Sonnabend auch die Fachgruppe Wassergefahren, die beim Workshop zwei Helfer zur Unterstützung stellte. Sie packten beim Sandsäcke-Verlegen kräftig mit an. 

Den ganzen Tag im Einsatz war auch Daniel Kromminga, der einen Radlader besorgt hatte und mit diesem am Sonnabend die Sandsack-Paletten von A nach B transportierte und die Sandsack-Füllmaschine immer wieder mit Sand „fütterte“. An diesem Wochenende zeigte sich wieder: Wir sind eins – und ein THW.

THW/Maren Stritzke

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