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Mit Glibber, Glitzer und Nagellackentferner

Im Ernstfall muss es schnell gehen, um Menschenleben zu retten - doch bei einem Chemieunfall geht es um mehr. Die Einsatzkräfte wie auch die Bevölkerung müssen vor den möglichen Gefahren geschützt und die Lage schnell unter Kontrolle gebracht werden. Nach dem Pilotlehrgang zur Ausbildung von speziell geschulten Einsatzkräften im Regionalbereich Oldenburg des Technische Hilfswerks (THW) stand zum Abschluss der Ausbildung am vergangenen Samstag die gemeinsame Übung von 40 Einsatzkräften an.

Bei der Pilotausbildung im Regionalbereich Oldenburg wurden die THW-Helferinnen und Helfer in den letzten Wochen vom Bereichsausbilder für Chemische, Biologische, Radioaktive und Nukleare Gefahren (CBRN), Daniel Kaszanics für solche Einsätze vorbereitet. Erkennen und Einschätzen von Gefahren, Auswahl der richtigen Schutzbekleidung, der Umgang mit Messgeräten und Spezialausstattung sowie die Dekontamination und Reinigung von Einsatzkräften gehörten zu den umfangreichen Themen der Ausbildung. Das THW unterstützt im Ernstfall Anforderer bei Einsätzen und stellt die technischen Fähigkeiten zur Verfügung. Für die Helferinnen und Helfer von THW und Johanniter Unfallhilfe (JUH) galt es nun zum Abschluss diese Zusammenarbeit zu üben.

Auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorst in der Stadt Oldenburg hatten dazu der Zugführer des ABC-Zugs der Freiwilligen Feuerwehr Oldenburg-Haarentor, Markus Lehmann und das Ausbilder-Team des THW eine brenzlige Schadenslage zusammengestellt. Nach der Explosion in einem chemischen Lager waren Methanol, Kolliphor und Polyethylenglykol ausgetreten und der Zutritt in das teilzerstörte Gebäude musste zum Abstellen des Austritts von Giften und dem Zutritt zum Gebäude gesichert werden. Ebenso galt es vermisste Mitarbeiter des Chemielagers zu finden. Um die Gefahrstoffe darzustellen kamen Nagellackentferner, Glibber, Zucker, Mehl und drei Nebelmaschinen zum Einsatz. Eine realistische Lage, die alle Fähigkeiten von Feuerwehr und THW erforderte.

Johanniter bilden Psychosoziale Notfallversorgungs-Kräfte aus

Ebenso wurden die ersten Kräfte der JUH im Rahmen des Pilotlehrgang für CBRN-Einsätze ausgebildet. Denn solche Einsätze stellen für die teilnehmenden Einsatzkräfte wie auch verletzte Personen im Schadensgebiet und Anwohner in der Umgebung stehen unter besonderem psychologischem Druck. Dafür hält die JUH Oldenburg ihr Team für Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) zur Verfügung. Dieses Team wird nun auch für die besonderen Herausforderungen von CBRN-Lagen qualifiziert und nahm mit den ersten Einsatzkräften an der Ausbildung teil um den neuen Aufgabenbereich aufzubauen. 

Übung macht den Meister!

Am Ende der Ausbildung konnten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgreich die Übung abschließen und auch die verunfallten Personen retten. Um aus Problemen gleich vor Ort zu lernen, wurde der gesamte Einsatz am gleichen Tag zweimal hintereinander durchgespielt. Beim zweiten Einsatz am Nachmittag, welcher nochmal verschärfte Bedingungen bot, lief die Zusammenarbeit schon wie geölt. Alle Teilnehmer freuen sich auf den weiteren Ausbau der Kooperation und schon bald werden die Einsatzkräfte wieder die Chance zum gemeinsamen Üben erhalten.

THW/Marcus Schwerendt

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